Handlungsfreiheit (Art. 2 Abs. 1 GG)

Artikel 2 des Grundgesetzes

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.


Die freie Entfaltung der Persönlichkeit wird hier sehr weit verstanden. Es geht nicht nur um die innerste Persönlichkeit des Menschen, sondern um die allgemeine Handlungsfreiheit. Dieses Grundrecht umfasst grundsätzlich das Recht, zu tun und zu lassen, was man will. Es handelt sich damit um das umfassendste Grundrecht.

Praktisch jedes Gesetz, das dem Bürger irgendeine Pflicht auferlegt oder irgendetwas untersagt, stellt einen Eingriff in die allgemeine Handlungsfreiheit dar.

Nun könnte man meinen, dieses eine umfassende Grundrecht würde eigentlich ausreichen. Wozu braucht man die Religionsfreiheit, wenn ohnehin jede menschliche Handlung geschützt ist, egal ob religiös oder nicht? Das Problem an der allgemeinen Handlungsfreiheit ist, dass diese ohne besondere Voraussetzungen einschränkbar ist. Der Schutzumfang ist also sehr breit, dafür nicht sehr intensiv.

Sofern also ein besonderes Grundrecht einschlägig ist, nützt einem dies deutlich mehr als die Handlungsfreiheit.

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